Freitag, 18. September 2015

'Eigentlich' ist immer so eine Sache

Denn geplant war, dass ich heute über schöne Dinge berichte.
Es gibt tatsächlich auch das Eine oder Andere. Aber wie zu erwarten war kamen einmal wieder schlechte Nachrichten dazu.

Ich hatte ja von unserer Patchworksituation erzählt. Meine Ziehtochter lebt bei ihrer Mutter.
Nachdem diese sich auf unmögliche Art getrennt hatte und die Situation danach aus dem Ruder lief zwischen beiden Elternteilen, musste mein Partner sich das Umgangsrecht hart erkämpfen.
Dann kam ich. Und ich sagte noch: 'Sobald sie von mir erfährt wird sie doch total durchdrehen und dir Emma nicht zum Umgang geben!' - 'Ach Quatsch! Ich habe doch den gerichtlichen Vergleich. Sie bekommt dann ein Ordnungsgeld.'

Was ist? Von Nikolaus 2014 an bis Anfang August 2015 mussten wir hart kämpfen, um sie überhaupt zu sehen. Es fand quasi kein Kontakt statt. Die Mutter hat auf keinerlei Nachricht reagiert - egal, ob Whatsapp, SMS, Brief per Einschreiben oder E-Mail.
Der Weg über das Gericht führte dazu, dass wir sie dann bekamen für's Wochenende. Und da stand sie dann und sagte meinem Partner, dass Ziehtöchterchen Epilepsie hat. Drückte ihm die Medikamente in die Hand, erklärte die Einnahme dieser und verschwand. Mir warf sie einen bösen Blick zu.

Natürlich hatten wir keinerlei Ahnung, worauf wir achten mussten. Ich hatte noch grob im Gedächtnis, dass man mit Licht und Bild vorsichtig sein soll. Sprich Fernseher fällt weg sowie alles andere, was das Auge reizt und Anfälle auslöst.
Trotzdem saßen wir mit Bauchweh im Auto.

Nun läppert sich das Ganze hin und her. Sie hatte natürlich an dem Tag einen Anfall, weil sie im Auto vorn sitzen durfte. Ich war völlig fertig. Ich musste dem Krankenwagen hinterher fahren - mit meinem weinenden Sohn im Auto.

Ich habe dann mehrmals versucht Gespräche zu arrangieren, um für Ziehtöchterchen die Situation zu verbessern. Hier scheitert es immer wieder an der Kommunikation. Meiner Meinung nach blockiert die Mutter immer wieder alles. Wir mussten die letzten Wochen wieder mehrmals feststellen, dass sie lügt.

Unser Mäuschen war jetzt recht lange mit Spucken und Durchfall krank. Sie hatte dann heute einen Krampfanfall. Trotz Notfallmedikament hörte der Krampf nur schleppend auf. An genau dieser Stelle hätte ich bereits den Notarzt gerufen.
Die Mutter jedoch wartete den ganzen Nachmittag ab. Das Kind schlief und schrie abwechselnd mit Augen verdrehen.
Sie bequemte sich zum Abend dann anscheinend die Tasche für's Krankenhaus zu packen.

Ganz ehrlich? Ich habe so eine unglaubliche Wut und gleichzeitig auch Angst im Bauch. Ich verstehe nicht, warum man damit so fahrlässig umgeht. Aktuell läuft ja noch die Medikamenteneinstellung, die ja nun mehrere Wochen dauert und darauf zielt, dass die Anfälle ausbleiben.
Sicherlich kann es zig Medikamentenumstellungen dauern bis das entsprechende gefunden wurde, weil man nun einmal nicht alles mit einem Medikament behandeln kann.
Trotzdem ist dieses Verhalten absolut unmöglich!

Wir kämpfen beide darum, dass Emma dauerhaft zu uns kommt. Dies ist ein Grund mehr für ein kleines Mädchen zu kämpfen, damit sie ein besseres Leben hat!
Ich erspare euch den Teil, den wir ihr als Vorschlag unterbreitet haben. Das würde den Rahmen sprengen und zu viele zusätzliche Erklärungen benötigen.


Nun zu den erfreulicheren Nachrichten: wir haben heute ein Kamin besichtig. Und er gefällt uns, passt ins Budget und vor allem ins Wohnzimmer. Holz haben wir heute heran geschafft. Ich habe mir dann noch eine Holzaxt ausgesucht, damit ich das Holz kamingerecht kleinhacken kann.

Mein kleiner Stinkepups hat sich im Garten mit krabbeln und rutschen verausgabt. Das Wetter war heute einigermaßen okay. Es wäre schön, wenn der Herbst so wie letztes Jahr goldig und warm wird.
Wir haben noch soooooo viel zutun. Das Hochbeet für die Erdbeeren wartet noch. Und die Steine sind nicht gerade leicht!

Und, weil wir so viel zutun haben, verabschiede ich mich an dieser Stelle, grummel noch ein wenig über dieses Verhalten und das arme Kind und genieße hoffentlich trotzdem den Abend.



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