Mittwoch, 30. September 2015

Hund, Katze, Maus?

Woooooochenlang haben wir überlegt. Haustier ja oder nein? Und, wenn ja, welches darf es sein?
Dabei mussten wir meine bestehenden Allergien berücksichtigen und gleichzeitig auch mögliche Allergien des Jüngsten einkalkulieren.

Der Liebste hatte früher eine Katze. Die findet er toll. Ich hingegen bin von Katzen weniger begeistert. Wir haben hier in der Nachbarschaft einfach schon sehr viele laufen - das muss für mich nicht sein. Außerdem spielt da dann wieder meine Allergie mit.
Da wäre allerhöchstens eine Britisch-Kurzhaar-Katze in Frage gekommen. Diese Rasse ist mir aber einfach viel zu teuer, um sie als Freigänger zu halten. Und, da wir im Sommer, wenn wir im Garten sind, die Haustür auflassen, ist das natürlich für eine reine Hauskatze auch total doof.

Für mich stand ein Hund zur Wahl. Ich wünsche mir einen Beagle. Der Liebste sprang sofort dazwischen und sagte, dass kein Hund ins Haus kommt. Auf die Frage, warum er damit auf gar keinen Fall leben kann, antwortete er, dass die Arbeit an ihm kleben bleibt und er mit Hunden nicht zurecht kommt. Er mag das Gesabber nicht. Und anspringen lassen kann er auch nicht leiden. *flüster* Ich drücke mich dezent aus und gebe nicht den gleichen Wortlaut wieder :)

Der Liebste sagte, dass die Kinder (die Große und ihre Halbschwester) Meerschweinchen hatten. Das fand er okay. Ich selbst bin weniger von Nagern begeistert.
Mein Bruder hatte damals einen Hamster, der sehr bissig war. Damit kam ich nicht zurecht. Meerschweinchen kann ich auch nichts abgewinnen. Das ist halt Geschmackssache.

Wir standen also immer wieder, wenn das Thema aufkam, ratlos da. Ich hatte immer mal wieder mit Hasen geliebäugelt, bin aber eben nicht davon begeistert, dass dieser Heu-, Stroh- und Sägespänekram im Wohnraum zu riechen ist.
Es tut mir leid! Ich bin da sehr penibel!

Ich glaube, wenn wir uns noch länger damit befasst hätten, dann hätte der Liebste sich auch mit einem Beagle anfreunden können.
Nach einiger Recherche habe ich dann für mich entschieden, dass Hasen einziehen dürfen, aber ihr Raum mit einem Auslauf begrenzt ist. Es ist schwierig diese ganze Kabel zu verstecken. Und gleichzeitig ist das Wohnzimmer komplette Spielfläche für den Jüngsten, der wirklich alles in den Mund steckt.
Die Köddel überall liegen zu haben ist jetzt nicht gerade das Schönste. Es reicht, wenn er sich das Heu genüsslich in den Mund steckt! :)

Dann kam die Frage auf, ob Hasen überhaupt im Wohnzimmer wohnen dürfen. Wir haben recht viele Räume zur Verfügung aber Dreh- und Angelpunkt ist hier nur das Wohnzimmer. Jetzt im Winter wird der Rest des Hauses auch zu kalt. Ich möchte ungern, dass die Kinder sich dann die Hälfte des Tages in der Küche oder den Gästezimmern aufhalten.

Als nächstes mussten wir planen, wie wir das Wohnzimmer aufteilen. Die Hasen an dem Ende zu platzieren, wo der Kamin ist, wäre nicht gerade tiergerecht gewesen. Also musste das Wohnzimmer umgeräumt werden.
Nun wirkt es gleichzeitig viel größer und Kinder und Hasen haben ihren Platz.

Ich denke, dass wir sie im kommenden Sommer ausquartieren. Das wird wahrscheinlich artgerechter sein. Wir haben nun aber mindestens ein halbes Jahr Zeit, um eine geeignete Behausung zu zimmern.
Hier auf dem Land sind ja nicht nur Raubvögel eine Gefahr, sondern auch Herr Fuchs schleicht hinten im Feld umher.


Herr Hase (links) ist sehr neugierig und agil. Manchmal wirkt er auch sehr verspielt und frech. Er muss sich überall hin strecken und schnüffeln. Und er schlägt oft Haken. Das sieht wirklich niedlich aus.
Frau Hasin (rechts) ist eher die Gemütliche. Sie sucht sich meistens einen kuscheligen Platz und mümmelt sich ein. Wenn sie sich ausgeruht hat, dann streckt sie sich aus. Dabei geht der Po in die Höhe und die Vorderpfoten werden gaaaaanz weit nach vorn gestreckt. Auch sie kann sehr agil sein. Dabei ist sie aber weniger 'aufgedreht', sondern eher wie ein kleines Mädchen, das singend und hüpfend den Spaziergang meistert. Frau Hasin ist auch die Verkuscheltere von beiden. 
Sie sind beide mittlerweile sehr zutraulich. Aber Herr Hase flitzt immer weg, wenn man ihn streicheln möchte. Wenn man ihn dann aber streicheln kann, dann lässt er es sich gern gefallen. Frau Hasin hingegen ist dann schon eher so, dass sie ankommt, wenn sie gestreichelt werden möchte. 

Es ist sehr niedlich wie beiden zusammen mümmeln. Manchmal sieht es so aus als ob der eine den anderen mit der Schnauze ankuschelt.
Ich denke, dass wir alle mit unserem Zuwachs sehr glücklich sind.
Der Jüngste freut sich auch immer, wenn er den beiden zugucken kann und versucht oft ganz vorsichtig durch die Gitter vom Auslauf eins der Häschen zu berühren, wenn es angehoppelt kommt. Darüber freut er sich noch viel mehr.


Er hat es heute übrigens geschafft, sich ein blaues Auge zu holen. Seine Augen sind schon blau genug. Ich meine damit eher ein Veilchen. Ich habe leider nicht genau gesehen wie es passiert ist. Er hat sich an der Tischkante gestoßen. Das Geschrei war groß. Da er sich aber völlig normal verhält und der Augapfel ganz normal aussieht, die Pupillen gleich groß sind, habe ich meine Panik schnell beiseite geschoben und den normalen Tagesablauf aufgenommen.

Nun muss ich aber das Familienleben wieder aufnehmen und mich aus dem World Wide Web verabschieden. Der morgige RUMStag muss auch noch irgendetwas für mich ergeben ... Die Ideen wollen einfach nicht sprudeln.

Ich zitiere einen Komiker(?) aus dem Radio und verabschiede mich mit: "Hau rin und piesch nich in! Es sei denn du brauchst es für die Pflegestufe."

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