Mittwoch, 7. Oktober 2015

Einmal taufen, bitte!

Der Vorteil am alleinigen Sorgerecht war für mich in erster Linie, dass ich die Entscheidung, ob mein Bubi getauft werden kann oder nicht, alleine treffen konnte. Was aber nicht bedeutet, dass ich die Entscheidung allein getroffen habe, denn der Liebste wurde ja mit einbezogen.

So kam es also, dass ich einen Termin für eine Doppeltaufe ausmachte. Ich selbst war nämlich auch nicht getauft. Auch sonst ist niemand in der Familie mit irgendeiner Form der Religion vertraut.
Da fing das Problem nämlich an: Wie soll ich Taufpaten/-zeugen bestimmen?

Für mich kam nur eine evangelische Taufe in Frage. Also fragte ich in der hiesigen Gemeinde nach. Die Pastorin ist, Gott sei Dank, sehr offen gewesen und hat unserer Taufe zugestimmt.

Unser großer Tag war Ostersonntag diesen Jahres.
Bis zu diesem Termin standen wir vor vielen Fragen. Ich wollte unbedingt Taufzeugen für klein MJ. Also musste ich mir überlegen, wie ich meine potentiellen Favoriten dazu überredet bekomme. Auch hier hatten wir wohl wieder mehr Glück als Verstand.

Viel schwieriger gestaltete es sich mit den Taufsprüchen. Meinem Jüngsten wollte ich das mit auf den Weg geben, was ich selbst in meinem Leben feststellen musste. Für mich selbst kam etwas in Frage, was mich an meine Schwächen erinnert und gleichzeitig zu mehr Disziplin auffordert. Mein Taufspruch hat für mich eine tiefere Bedeutung, weshalb er mich daran erinnert, dass ich nicht immer so ein schlechter Mensch sein soll.

"Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen." Lukas, 6,27-28

"Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit." 1. Johannes 3,18


Der Gottesdienst hätte nach meinem Geschmack schon etwas mehr auf die Taufe ausgerichtet sein können. Da nun aber auch der Ostergottesdienst untergebracht werden musste, war es wohl so das Beste.

Anschließend haben wir Zuhause zum Mittag gegrillt. Ich zeige euch hier einmal meine recht einfache, selbst gebastelte Tischdeko - gern könnt ihr mir auch auf Pinterest folgen:


Die Ideen dazu habe ich tatsächlich auf Pinterest gesammelt. Wichtig war mir, dass wir nicht alles an Geschirr verbrauchen und viel Arbeit nach dem beisammen sein haben. Also gab es Papiertischdecke und Kunststoffteller zum wegwerfen.

Nach dem Mittag haben wir ein Spaziergang gemacht.
Ein paar Wochen vorher habe ich die Gäste darum gebeten Fürbitten heraus zu suchen. Oder eben etwas anderes, was in Form von Text Werte vermittelt und Wünsche überreicht.
Vor dem Kaffee haben wir dann alle ein buntes Blatt Pappkarton genommen und es lieb gestaltet - mit den jeweiligen Fürbitten und Gedichten. Ich hatte die Blätter vorher gelocht, sodass man sich zu einem Büchlein binden kann.
Auch dies wandert in die Kiste von Erinnerungen für den 18. Geburtstag - oder in diesem Fall Kommunion.


Das Taufkleid (es war nicht zwingend eines gefordert) habe ich selbst genäht. Dazu habe ich ein einfaches, weißes Hemd nach eigenem Schnitt zusammen genäht. Es war ein wenig zu groß, die Ärmel viel zu lang und wirklich sehr einfach. Für einen Jungen finde ich Rüschen aber nicht gerade schön. Und es ist mir wichtig, dass wir das Taufkleid wieder verwenden können.
Im Laufe der letzten Woche habe ich überlegt, ob ich es nicht ein wenig aufhübschen werde. Aber das muss ich mir noch einmal gründlich durch den Kopf gehen lassen.


Hier erkennt man es ein wenig. Verzeiht mir bitte, dass ich die Kinder unkenntlich mache. Ich bin da sehr vorsichtig und versuche dementsprechend konsequent zu sein. Die Daten der Kinder (unter anderem auch Bilder) gehören nicht ins Netz. Man sollte ihre persönlichen Rechte mehr wahren!


Zum Kaffee hatte ich mir von meinen Eltern eine Torte mit Foto vom Jüngsten gewünscht. So etwas hatten wir schon zur Einschulung meiner Schwester - ich fand die Torte lecker und die Idee wirklich fabelhaft!

Bald steht der erste Geburtstag des Jüngsten an. Langsam mache ich mir Gedanken darüber, was wir zum Essen planen und wie wir die Zeit gestalten.
Da wird wohl wieder einiges an Stunden bei Pinterest draufgehen. :D

Für die beiden Taufzeugen, gab es eine kleine, süße Erinnerung.
Hasen aus Pfeifenreiniger geformt - es war ja schließlich Ostern! :D


Das, was an Daten darauf stand, habe ich natürlich unkenntlich gemacht. Deshalb sieht es so 'schmutzig' auf dem Papier aus.
Hinter dem grünen Hasen liegt übrigens der Stapel an Pappkarton, welcher dann für die Fürbitten gedacht war.

Ja, viele feiern Taufen sehr prunkvoll. Aber ich möchte euch zeigen und sagen, dass es auch im kleinen Rahmen sehr schön gestaltet werden kann. Und viel wichtiger ist doch auch der Tag ansich- die Taufe selbst.


Kommentare:

tofu hat gesagt…

MJs Taufkleid ist so schick geworden! :) Ich mag das total!
Stickst du noch irgendwo seinen Namen ein und das Taufdatum?
Ich werde das beim Rumpelmädchen-Kleid so machen. Damit auch spätere Kinder (Generationen?! :D) alle dieses Kleid anhaben können und vermerkt werden. <3

Christina Porm hat gesagt…

Ja, darüber habe ich nachgedacht. Aber mit der Nähmaschine wird das immer nicht so sauber und schick. Per Hand habe ich keine Erfahrung im Sticken. Wäre vielleicht etwas, was ich mir einmal angucken sollte ...
Ich finde den Gedanken wirklich toll, dass die Namen der Kinder eingestickt sind.
Hach ja, da komme ich ins Schwärmen <3