Samstag, 17. Oktober 2015

Familiendrama deluxe

Meine Lieben, es war jetzt zwei Tage sehr ruhig hier. Bei uns allerdings spielte sich ein regelrechtes Drama ab. Durch Zufall erfuhren wir, dass die Kindesmutter meiner Ziehtochter wirklich fahrlässig ist. Da werden unter anderem die Kinder im Haushalt allein gelassen, die 6 jährige Schwester ist eingewiesen wie das Notfallmedikament gegeben werden muss, wenn Ziehtochter einen Anfall hat und die beiden allein sind usw usw.

Unsere Prinzessin liegt im Krankenhaus. Die Mutter hat einen Neuen - ansich keine bedrohliche Neuigkeit. Das Leben darf ja weitergehen. Allerdings ist er politisch rechts eingestellt, polizeilich bekannt und die Kinder kennen ihn wohl erst seit kurzem. Dennoch sollen sie allein mit diesem Menschen verbleiben. Ich erinnere mich, dass sie ein rieeeesen Theater macht und ständig um die Ecke kommt, dass ich ja nicht klein E's Mama sei.

Natürlich bin ich nicht ihre Mama. Jedenfalls nicht ihre leibliche Mutter. Mir ist jedoch schleierhaft, was sie damit sagen möchte. Es ist nicht so, dass ich die Maus dazu zwinge mich 'Mama' zu nennen. So etwas ist mir zuwider. Vielmehr ist es so, dass sie von sich aus 'Mama' zu mir sagt. Bisher geschah es, wenn sie das so in Erzähllaune vor sich her brabbelte. Manchmal fiel es ihr auf und sie korrigierte sich. Grundsätzlich habe ich es aber nicht weiter kommentiert, weil sie sowieso schon zu sehr belastet wird.
Anders herum versteht die Mutter nicht, dass sie froh darüber sein sollte, das ich klein E's nichts antue oder nur mit ihr schimpfe oder sonstige böse Sachen machen, sondern mich mit Herz um sie kümmere.
Wir spiegeln für sie eine Familie wieder und sie möchte darin gut integriert sein. Das gibt ihr den nötigen Halt in dem Chaos. Das allerdings ruft wohl Eeifersucht bei der Mutter hervor. Mittlerweile kann man auch sagen, dass sie Angst vor guten Kontakten zu den Kindern hat, weil damit ans Licht kommt, dass sie sich nicht um die Kinder kümmern kann.
Ich möchte dazu erwähnen, dass sie Erzieherin ist. Das ist noch viel schlimmer!!!

Wir schieben also nun regelrecht Panik. Es ist sogar bekannt, dass klein E ihre Medikamente nicht zeitig genug bekommt und die Mutter den Weg ins Krankenhaus bei regelrechten Krampfserien um einen Tag hinauszögert. Dies kann schlimme, gesundheitliche Folgen haben.
Wir können aktuell leider nichts machen außer zu warten. Und es ist schlimm!
Meine Lieben Damen, ihr Muttis unter uns, vielleicht kann die eine oder andere bestätigen, dass nicht leibeigene Kinder immer anders für das eigene Empfinden sind als leibliche Kinder?! Jedenfalls ist die Bindung ganz anders.
Ich muss mir tatsächlich eingestehen, dass ich wirklich sehr erschrocken darüber bin, das ich so große Sorge einem Kind gegenüber empfinde, das nicht mein eigenes ist. Niemals hätte ich gedacht, dass ich ein anderes Kind wie mein eigenes schützen möchte und mich und meine Seele so dermaßen aufopfere.
Das wiederum ist schon recht belastend. Es gibt ja nicht einmal ein befriedigendes Gefühl - einen Erfolg. Man macht sich nur immer mehr Sorgen und wird dabei nicht ernst genommen.
Wir fühlen uns stark im Stich gelassen von Jugendamt und allen anderen Institutionen. Schon vor über einem Jahr hätte das alles aufgedeckt werden können, wenn man meinen Meldungen wegen Kindeswohlgefährdung nachgegangen wäre.
Hier heißt es aber immer wieder: 'Wir haben nicht genug Personal.'
Ich kann diesen Satz nicht mehr hören! Die Leute spielen mit ihrer Verantwortung - sicherlich kann der kleine Mitarbeiter nichts dafür. Aber unser liebes System muss doch endlich merken, dass das so nicht weitergehen kann?
Ich hoffe nur, dass wir sie retten können. Egal von welchen Seiten die Mutter Hilfe angeboten bekommt, sie nimmt sie nicht an. Dabei steht es schon ziemlich schlimm um sie. Ich schätze die Situation so ein, dass es nicht mehr lange dauert und sie im Gefängnis landet. Diese Tatsache finde ich sehr schlimm. Ich weiß noch einiges mehr, was ich nicht offiziell wissen dürfte. Genau deshalb verstehe ich nicht, warum sie den Kindern so ein Leben zumutet.

Die letzten Tage bin ich in einem Bad aus zig negativen Gefühlen: Angst, Sorge, Wut, Enttäuschung, Hilflosigkeit etcpp. Das schlimmste ist die Zeit. Das Warten. Weil erst Papierkram getan werden muss, damit gehandelt werden kann.
Ich bin heute ziemlich geschafft - der Jüngste schläft bereits selig. Die Mümmler sind versorgt. Das Haushaltsdefizit durch die ganze Fahrerei wurde aufgeholt und ich habe endlich - nach einer gefühlten Ewigkeit ein wenig Zeit für mich. Bisher hing ich sehr oft am Telefon, schrieb Mails, machte mir sorgen, besprach Möglichkeiten und kümmerte mich um den Jüngsten.
Alles andere, was mein Leben ausmacht, fiel hinten über.
3 wertvolle Lebenstage mit so etwas verprasst, weil ein Mensch nicht in der Lage ist Verantwortung zu tragen und damit kleine Leben zerstört.

Ein schöner Trost war heute, dass das Geburtstagpaket für das Rumpelmädchen ankam. Aber dazu komme ich Morgen! Heute darf mir die Couch etwas Gutes tun.
Drückt uns die Daumen und betet für klein E!

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