Mittwoch, 28. Oktober 2015

#Stiefmutterpost Nr. 2

Diese Woche sind wir auch wieder nur am Rudern. Der Liebste hat mir gestern sein Herz ausgeschüttet. Das fand ich sehr beeindruckend, weil er sonst immer alles runterschluckt und nicht weiter darüber redet. Mein Respekt gilt also heute ihm!

Mein letzter #Stiefmutterpost endete bei Nikolaus letzten Jahres.
Die Else hat einfach entschieden, dass sie 100km weiter weg zieht. Diesen Sommer erklärte sie uns in einem Gespräch, dass es wegen ihrem Arbeitskollegen war, mit dem sie den Liebsten betrogen hatte und nach ihrer Trennung mit diesem Mann Schwierigkeiten auf Arbeit waren.
Dementsprechend musste sie sich einen neuen Arbeitsplatz suchen.
Das glauben wir natürlich nur bis zur Hälfte. Denn sie wollte von Anfang an nicht, dass die Große Zeit bei uns verbringt, weil sie nicht möchte, das sie auch in meiner Obhut ist. Ich sag nur: Bindungsintoleranz.

Die erste Dezemberwoche verbrachten die Mädels also bei Oma während Else noch in der alten Wohnung blieb und arbeitete. Die Große hatte dann einen Krampf - hier hieß es noch es seien Fieberkrämpfe gewesen. Von Epilepsie war da noch nicht die Rede. Sie war stark erkältet.
Als wir sie Freitags holen wollten, veranstaltete die Oma ein riesen Theater vor den Kindern. Gleichzeitig war sie nicht vernünftig angezogen (Joggingshose, nicht gefütterte Gummistiefel, Weste, Fleecepullover, Mütze - mehr trug sie nicht). Wir in dicken Winterjacken und -Schuhen - es war mir so unendlich peinlich und ich war erschreckt darüber wie unbesorgt man mit der Gesundheit eines Kleinkindes umgeht.
Aufgrund dieser gesamten Situation behielten wir in Rücksprache mit dem Anwalt das Bonuskind ein. Wir schrieben gleichzeitig eine Benachrichtigung an Jugendamt und Else, dass, solange sie keine vernünftige Betreuung hat, die Große in ihrem gewohnten Umfeld bleibt.
Das Ende vom Lied: die Polizei holte sie Sonntagabend aus unserem Haushalt heraus. Dazu gab es eigentlich keine Berechtigung. Denn sowas darf nur im Beisein des Jugendamtes geschehen. Die müssen nämlich überprüfen, ob es eine Kindeswohlgefährdung gibt.
Wir waren zu dem Zeitpunkt leider nicht so schlau. Die vom Jugendamt wollten nämlich nicht kommen.

Von dem Zeitpunkt an durften wir sie 8 Monate lang nicht sehen. Das war sehr schwer. Else hat immer wieder den Kontakt unterbunden, nicht auf Mails, Nachrichten oder Briefe per Einschreiben reagiert.
Der Kampf über das Gericht dauert immer noch an - bald ist 1 Jahr vergangen.
In der Zwischenzeit konnten wir unregelmäßigen Kontakt haben. Ihre Krankheit erleichtert es nicht gerade, weil das auch immer eine gute Ausrede ist, damit Else die gute Erzieherin spielen kann.
Gleichzeitig lässt sie ihre eigene Tochter in der Kita unter ihrer Betreuung in der eigenen Kotze liegen.
In den letzten Wochen kamen immer neue erschreckende Details zum Vorschein. So wurde in dem Haushalt auch schon einmal der Strom abgestellt, weil die Rechnung von mehreren Hundert Euro nicht bezahlt wurde. Alles andere erspare ich euch lieber. Und mir auch.
Ich kann sowieso schon nicht mehr richtig einschlafen und liege oft weit über Mitternacht hinaus wach im Bett und kämpfe darum endlich einschlafen zu können.


Weil das alles so stressig ist, gab es heute einen schönen Tag für uns vom Papa. Das hat uns ein wenig abgelenkt und Freude bereitet.

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