Montag, 9. November 2015

#Stiefmutterpost Nr. 4

*seufz* Dieser Post enthält viel Gejammer und ist nicht für Leute geeignet, die meinen Gefühlen gegenüber kein Verständnis aufbringen können und nur auf Menschen wie mich umher hacken, weil ich entgegen der Norm empfinde.

Natürlich war es toll, dass Ziehtöchterchen dieses Wochenende zum regulären Umgang kommen konnte. Aber irgendwie war da der Wurm drin.
Else bevorzugt die Große ihrer 2 Jahre älteren Schwester gegenüber. Wenn die Große also etwas anstellt oder gemein ist, dann bekommt ihre Schwester immer Ärger. So verhält es sich auch mit dem Teilen der Spielsachen.

Dieses Wochenende wurde sie also immer wieder beim Lügen ertappt. Am schlimmsten fand ich die Situation mit dem Beistand. Die Dame kam, um die Große kennen zu lernen damit in einer Befragung in der Verhandlung die Große bereits ein bekanntes Gesicht hat.
Als der Beistand dann weg war sagte die Große sie sei böse. Ich wollte wissen, warum sie so empfindet und fragte nach. Daraufhin erklärte sie, die Tante hätte ihre Küche umgekippt.
Ich bin wirklich aus allen Wolken gefallen. Die Große war nicht einen einzigen Moment allein mit dem Beistand. Und die Dame ist wirklich eine nette Sozialarbeiterin. Ich fand diese Lüge schon sehr bedenklich.
Ich habe dann versucht zu erklären, dass Lügen ganz viel Ärger macht und, dass das nicht okay ist. Dann habe ich ihr erzählt, dass ihre Mutter ganz schön sauer war, weil die Große ihr erzählt hatte, dass sie bei uns keinen Mittagschlaf macht. Natürlich ist es nicht gut, wenn man den Kindern die Probleme der Erwachsenen aufbürdet. Dennoch wollte ich wenigstens erklären, was für Folgen ihre Lügen haben. Wenn ihre Mutter nämlich so sauer ist, dann kann es passieren, das die Große ihren Papa nicht mehr besuchen kann.

Das Wochenende über mussten wir ihr das noch ein paar Mal erklären.
Ich erinnere mich, dass meine Schwester in dem Alter auch viele Lügen erzählt hat. Mir erschließt sich nicht, warum Kinder das so machen. Diese Probleme, die damit aufkommen sind allerdings nicht feierlich!

Viel schlimmer war ihr Verhalten dem Jüngsten gegenüber. Sie nahm ihm das Spielzeug weg und wedelte damit in unerreichbarer Nähe vor seiner Nase. Dann haute sie ihn mit dem Luftballon (nein, das tut nicht weh - aber die Tatsache des Hauens reicht schon). Der Jüngste selbst durfte nicht mit ihrem Spielzeug spielen.
Es war also ein richtiges Zanken und Zicken. Je mehr ich darüber nachdenke, umso normaler kommt es mir vor.
Trotzdem war ich einfach nur noch genervt und sehnte das Ende des Wochenendes herbei. Wirklich! Ich schickte den Papa sogar allein mit ihr zum Drachen steigen, damit der Jüngste wieder allein spielen konnte ohne dabei geärgert zu werden.

Ich hatte mir auch noch eine dicke Erkältung eingefangen und fühlte mich sowieso schon wie dreimal durchgekaut und ausgespuckt. Dementsprechend nervig war es, dass der Jüngste bei jeder Kleinigkeit quängelte, weil er mit der Großen überfordert war. Da schaltet sich natürlich auch gleich mein Beschützerinstinkt ein.

Andersherum weiß ich ja, dass es an der schlechten Erziehung von Else liegt. Es wird garantiert nicht lange dauern und man kann da nichts mehr retten bei der Großen. Meine Angst ist, dass sie dann später richtig doll abrutscht. Umso wütender macht es mich, dass Jugendamt und Co. einfach dabei zusehen. Wie können Institutionen, die schutzbefohlenen Personen gegenüber verpflichtet sind, einfach dabei zusehen wie Kinder psychisch zugrunde gehen?

Mir wurde dieses Wochenende einfach wieder gezeigt, wie schlimm es um sie steht. Und ich wurde einfach sauer. Weil unsere Wochenenden dann nicht normal ablaufen. Weil es so viel Kraft kostet und unsere Mühe keinen Sinn hat, weil unsere Erziehung alle 2 Wochen über das Wochenende nichts ausrichten kann. Und, weil der Jüngste auch noch darunter leiden muss. Es ist einfach nur ätzend! Und ich möchte so gern, dass die Köpfe gewisser Personen rollen. Aaaaaaber ... wir können nichts tun. Wir müssen warten. Und dieses warten ... *seufz*

Ich bin froh, dass ich jetzt 2 Wochen mit dem Jüngsten allein habe und kein anderes Kind meine Aufmerksamkeit benötigt. Ich weiß, dass sie nichts dafür kann. An meinen Emotionen kann ich allerdings auch nichts ändern. Ich böse Stiefmutter!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich kann das gut verstehen, es ist bei uns ähnlich. Wichtig ist, dass Du und Dein Partner drüber reden und eine gemeinsame Linie habt, damit das ganze nicht noch zwischen Euch steht.

Christina Porm hat gesagt…

Genau DAS ist leider passiert. Aber wir kriegen gerade die Kurve, weil wir erkannt haben, was es sonst für Konsequenzen hätte.