Donnerstag, 10. März 2016

#Stiefmutterpost Nr. 6

Es ist aus meinem vorherigen Post definitiv herauszulesen, dass es eine Menge Probleme gibt. Diese haben sich einfach so mit dem Stiefmuttersein aufgebaut. Und es ist nicht wirklich einfach das alles irgendwie wegzustecken oder es zu ignorieren, weil es ja die Regel zu geben scheint, dass es eine Stiefmutter nichts anzugehen hat.

Leider ist es wohl üblich, dass in unserem Land das Familienleben der neuen Familie absolut nicht zählt und somit die Kinder aus der vorherigen Beziehung/Ehe Vorrang haben. Aber ist es nicht eine Form der Kindeswohlgefährdung eben die neue Familie hintenan zu stellen und somit Folgekinder leiden zu lassen?
Das beginnt bei uns zum Beispiel mit den Verhaltensauffälligkeiten der Großen. Hilfe für uns als Familie sie hier zu integrieren steht uns in der Form wie wir es benötigen würden nicht zu. Weil es Kulanzsache des zuständigen Jugendamtes ist.
Tja, damit leiden dann eben die Kinder bei uns in der Familie unter der Situation. Es muss so aber nicht sein. Und da setzt mein Unverständnis ein.
Manchmal denke ich, dass es doch einen kompetenten, mutigen Rechtsanwalt für Familienrecht geben müsste, der wirklich bis in die letzte Instanz gegen solche Verhältnisse klagt. Gibt es aber nicht. Alle nur auf das Minimum aus.

In letzter Zeit bin ich auch auf das Minimum aus: das Minimum auf Kontakt zum Bonuskind. Warum? Meine Toleranzgrenze ihrer Person gegenüber ist auf dem Tiefpunkt. Somit bin ich überaus reizbar und möchte so wenig Angriffsfläche wie möglich haben.
Das klingt so hart und gemein der Großen gegenüber. Es tut mir sehr leid, dass es so ist und ich bin wirklich nicht glücklich darüber! Trotzdem bin ich nun einmal nur ein Mensch und ebenso auch Mutter eines Kindes, dass ich vor dem Leid, was die Große von ihrer grauenhaften Rabenmutter mitbringt, schützen möchte. Und das geht dann gezwungenermaßen gegen die Große.
Ihre Mutter ist ja nicht dazu in der Lage eine friedliche Situation zu schaffen. Sie weigert sich und tischt weiterhin Lügen auf und nutzt jede Gelegenheit zwischen dem Liebsten und mir Streit zu verursachen.
Das Argument, dass die Große dafür nichts kann, steht definitiv im Raum. Sie ist aber die ungewollte Ursache dessen, dass es so ist.

Um die Situation zu retten und die Stieftochter-Stiefmutter-Bindung wieder in entspannte Bahnen zu lenken, müssen wir uns als Eltern-Stiefeltern überlegen, was uns wieder als Familie zusammen bringt.
Als erste Möglichkeit kommt in Betracht ein ganz eigenes Ritual zwischen der Großen und mir zu schaffen. Eine Zeit zu zweit, in der wir lernen einander zu vertrauen und uns noch besser kennen lernen.
Ich erhoffe mir davon, dass sie nicht mehr das Objekt meiner Abneigung bleibt und ich sie wieder als das unschuldige Kind wahrnehmen kann, das sie eigentlich ist. Das bedeutet, dass sich etwas in meinem Empfinden und meiner Wahrnehmung ändern muss. Und letztendlich funktioniert das wohl nur, wenn ich ihr nicht ständig aus dem Weg gehe und mir all die Schlechtigkeiten vor Augen halte.

Wir haben auch schon eine Idee, die wir mit dem nächsten Umgang umsetzen werden. Und ich fühle mich gut damit. Ich freue mich auch ein wenig darauf und hoffe, dass es mir nicht so schwer fällt und ich das genießen kann.


Mein Fazit aus der bisherigen Stiefmutterzeit ist: neue Familien/Zweitfamilien müssen viel mehr mit einbezogen und integriert werden, um das Konfliktpotential für alle Beteiligten, insbesondere nachkommenden Kindern, zu reduzieren und somit bessere Bedingungen für Trennungskinder zu schaffen.
Vielleicht liest das ja jemand wichtiges. Vielleicht kann es in die Welt hinaus getragen werden. Vielleicht schafft man es irgendwann, dass es den Familien besser geht als jetzt.

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