Donnerstag, 7. April 2016

Frühlingsliebe, blutige Köpfe & Nadeln

Es st soooo schön! Ich liebe den Frühling. Er bringt so viel Frische und Farben mit sich, sodass man vor Energie nur so sprudelt. Genau das Richtige für die letzten Wochen der Schwangerschaft und all unseren Projekten, die wir noch vor uns haben.

Mit dem Spielturm kommen wir gut voran. Die Douglasie ist verlegt. Gestern habe ich angefangen die Bauteile des Holzhauses abzuschleifen, damit sie dann gestrichen werden können.
Dann fehlt nur noch das Geländer und die Treppe bis der Spielturm das erste Mal bespielt werden kann.
Dei Treppe setzen wir bewusst erst zum Schluss, damit keines der Kinder hochklettert bevor der Turm sicher genug ist.

Die Beete sind nun auch fertig. Ich muss allerdings feststellen, dass ich mit dem Unkraut ziehen wieder von vorn anfangen kann. :D Aufgrund der Tatsache, dass ich es ruhig angehe, um nicht wieder Wehen zu provozieren, dauert es natürlich länger. Da wächst es eben dort, wo ich vor einigen Wochen begonnen hatte <3
Ich liebe es!

Die Erdbeeren sind nun auch an ihrem Platz und ich freue mich bereits auf diese saftigen, leckeren Früchte aus eigener Ernte! Das ist jede Minute der Arbeit wert.

Während der Jüngste seinen Mittagschlaf hält, habe ich ein wenig das Holz bearbeitet bevor die Mittagsruhe begann. Und bei einem Rundgang im Garten habe ich entdeckt, dass mein Fliederbäumchen die erste Blüte trägt.
Hach, ich könnte heulen vor Freude! Es erinnert mich so sehr an den Fliederbaum, den meine liebste Oma früher in unserem Garten mochte. Ich verbinde damit tolle Erinnerungen an sie.
Und nach dieser tollen Woche ist es das i-Tüpfelchen.



Ziehtöchterchen war vorgestern und gestern bei uns. Der Liebste und ich hatten besprochen, dass wir uns eher unwohl damit fühlen, dass sie nicht zum Geburtstag der Schwester daheim ist. Und gleichzeitig hatten wir sehr kurzfristig unseren eigenen, egoistischen Plan gefasst, sodass es eigentlich auch sehr praktisch war.
Ich gebe zu, das Wochenende ohne Umgang tat gut. Wir haben dadurch eine Menge geschafft und konnten dementsprechend die letzten beiden Tage umso besser nutzen.
Überraschenderweise lief es sogar richtig gut. Vielleicht liegt es am tollen Wetter oder eben daran, dass wir so tapfer durchhalten: sie war jedenfalls nicht so trotzig wie sonst. Sie hat sich ganz toll an die Regeln gehalten, dabei auch gut mit dem Jüngsten zusammen gespielt und war auch so total unkompliziert, sodass es ein regelrechter Selbstläufer war und wir daraus die Hoffnung schöpfen konnten, das wir am Ball bleiben.
Was ich damit meine?
Wir haben nun in den letzten Monaten wirklich viele verzweifelte Momente gehabt. Das Problem an der Erziehung bei Trennungskindern ist, dass ihr hauptsächlicher Alltag anders abläuft als eben zu den Umgängen. Das ist jedenfalls die Regel. In unserer Konstellation ist es dadurch bedingt, dass wir als Eltern eben andere Vorstellungen haben als die Mutter der Großen. So müssen sich eben alle Familienmitglieder und Besucher diesem Gefüge anpassen, damit wir Gleichberechtigung unter den Kindern und eine gute Struktur schaffen können.
Uns wurde immer wieder gepredigt, dass Kinder sich anpassen können und, das wir unbedingt so weiter machen sollen: Regeln und Grenzen sind wichtig für die Entwicklung.
Wir wissen ja nun schon lange, dass ihr Leben nicht so abläuft wie wir es ihr ermöglichen könnten. Demzufolge fällt es uns wahnsinnig schwer keine Ausnahmen zu machen. Durch ihr Verhalten, ihr Wesen, was in den letzten Monaten enorm Kräfte gekostet hat, habe ich bereits angefangen mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass sie bald nicht mehr kommt.
Der Liebste ist noch lang nicht soweit und möchte kämpfen, auch, wenn er nicht so recht weiß wie er das machen soll. Ist ja auch verständlich. Da erreicht man die zuständige Dame vom Jugendamt erneut nicht ... Ist ja nicht so, dass wir daran interessiert sind die Große in die Familie zu integrieren. Immerhin ist es ihr zweites Zuhause.
Mich wundert das nicht mehr. Und es ist mir mittlerweile auch egal. Ich selbst kann ihr nicht helfen. Und, wenn Institutionen, die schutzbefohlenen Personen gegenüber verpflichtet sind, nicht dazu in der Lage sind die mögliche Hilfestellung zu leisten, dann müssen sie eben die Konsequenzen tragen. Und ja, Ziehtochter nun einmal auch. Sie ist immerhin die Leidtragende von allem. An mir soll es nicht liegen ...

Na ja, einen Tiefpunkt gab es nach diesen tollen 2 Tagen dann doch: die Große schafft es einfach nicht das Spielzeug des Jüngsten ihm zu überlassen. Ist ja nicht so, dass sie genug altersgerechtes Spielzeug hat. Es ist nun schon eine Weile so, dass er dann anfängt sie anzuschreien und zu hauen, wenn er sich in seinem Spiel gestört fühlt. Bisher bin ich immer eingeschritten und er hat dementsprechend Ärger bekommen. Eigentlich ist er viel zu klein, um das zu verstehen. Allerdings finde ich Hauen inakzeptabel und ich möchte nicht, dass es zur Gewohnheit wird.
Ich hatte nach diesem überaus nicht tollen Osterwochenende dann beschlossen nicht mehr einzuschreiten, wenn sie ihm das Spielzeug vor die Nase hält und ihn damit ärgert. Dann haut er sie eben. Es ist sein gutes Recht seine Rechte einzufordern. Anders herum achte ich auch darauf, dass er nicht mit ihrem Spielzeug spielt, wenn sie es nicht möchte und bewahre ihre Privatsphäre in ihrem Zimmer.
Ich glaube, dass es in der momentanen Situation falsch ist den Jüngsten zu rügen. Denn, das, was die Große kennt, ist: alle anderen kriegen Ärger aber ich nicht. Und ich hoffe, dass sie dann eben daraus lernt.
Und ja, ich finde, dass Kinder einen eigenen Rückzugsort brauchen.
Wir waren gerade dabei ein paar Sachen für den Ausflug zusammen zu packen. Die Kinder spielten schön. Ich hatte mich mit dem Rücken zu den Kindern gedreht und dann auch schon das Drama akustisch wahrgenommen. Der Jüngste brabbelte im Wohnzimmer umher und die Große schrie 'Aua' und fing an zu weinen. Ein innerliches Aufseufzen, dann schickte ich den Liebsten zu ihr und kam dann dazu.
Der Bagger ... der Liebste hatte sich ja gefreut dem Jüngsten den Bagger zu Ostern zu schenken, weil er die total toll findet. Mein Mutterinstinkt hatte mir aber schon ein richtiges Gefühl gegeben: dieses Fahrzeug aus Metall tut in so kleinen Kinderhänden nicht gut. Jedenfalls nicht, wenn damit gehauen wird.
Nachdem ich mir kurz angehört hatte, was los war, habe ich der Großen gesagt, dass das nun einmal passiert, wenn sie ihm das Spielzeug wegnimmt. Ich hatte es den Vormittag über schon ein paar Mal sagen müssen. Unglücklicherweise hatte sie einfach nur mit ihrem Auto gespielt und der Jüngste hatte in diesem Moment absolut keinen Grund gehabt sich zu verteidigen.
Eigentlich war ich richtig sauer auf ihn. Er hat seinen Ärger bekommen und sich so schnell auch nicht wieder eingekriegt, weil es ihm wohl nicht Geheuer war, dass die Große weinte. Aber er ist auch einfach noch nicht alt genug, um zu verstehen, was da passiert ist. Mir selbst saß der Schreck aber auch in den Knochen. Er hat sie nämlich so ungünstig getroffen, dass sie ein wenig geblutet hat. Zum Glück war das nur den ersten Moment so.
Der Liebste sagte dann aber etwas, was mich schon wieder etwas beruhigte: 'Das sind Kinder. Das passiert nun einmal. Sie hätte sich genauso gut auch den Kopf beim Spielen im Garten anhauen können. Es wird noch öfter vorkommen.'
Jaaah, er hat Recht. Ich sollte mich daran gewöhnen. Der Jüngste hat es ja nun auch schon geschafft sich den Zahn abzubrechen. Und es wird nicht der letzte Unfall bleiben.
Trotzdem zeigen mir solche Situationen eben immer wieder, dass ich es nicht mehr all zu lange zulassen kann, dass die Große mit ihren Verhaltensauffälligkeiten Aggressionen beim Jüngsten hervorruft. Irgendwann kann ich das nämlich nicht mehr retten. Und ich möchte weder weitere solcher Situationen, noch meinem eigenen Kind so etwas zumuten. Schließlich trage ich da die Verantwortung und muss ihn irgendwann davor schützen sich selbst in so eine schlechte Bahn zu lenken, weil er keine andere Wahl hat.

Das ist jedenfalls derzeit Inhalt unserer Elterngespräche. Nun versteht man sicher, warum wir sehr glücklich darüber waren, dass sie wirklich ein ganz liebes Mädchen war. Eine Entscheidung in die andere Richtung zu treffen ist nämlich nicht wirklich leicht, wenn man es eigentlich nicht soweit kommen lassen müsste.
Für uns liegt es auf der Hand, dass es die Inkonsequenz der Mutter ist. Als Nesthäkchen hat die Große eben schnell gelernt wie sie ihre Position halten kann. Hoffen wir, dass sie sich nun daran gewöhnt, dass es bei uns nicht funktioniert. Wir hoffen immer noch darauf ihr damit die nötige Stabilität zu geben.

Und witzigerweise scheint sich das auch allmählich heraus zu kristallisieren. Oder es war einfach nur kindliche Fantasie :D
Da war ich gestern mit der Großen noch einen Teil der Einkaufsliste abarbeiten während er Liebste den Schirm aus dem Auto holte, da fing sie ganz aufgeregt an: 'Mama hat gesagt ich muss ihr auch so etwas mitbringen.'
'Was musst du Mama mitbringen.'
'Na sowas hier.' - Damit waren Süßigkeiten gemeint. Oh Gott, war mir das peinlich. Da stand noch eine andere Frau neben uns.
Ich habe ihr dann erstmal kurz erklärt, dass die Mama arbeiten muss. Dann kann sie sich das selbst kaufen. Und dann ging es los:
'Aber die Mama hat gerade keine Arbeit.'
'Ich weiß, E. Aber, dann muss die Mama sich eine neue Arbeit suchen. Schließlich muss sie ja auch einkaufen und die Miete bezahlen.'
'Aber die Mama sucht nicht nach Arbeit.' - Da musste ich dann erneut schlucken. Schon peinlich, wenn ich mit 2 Kindern und dann auch noch schwanger solche Sätze in der Öffentlichkeit höre.
Sie wollte jedenfalls mit allen Mitteln versuchen mich dazu zu bewegen ihr diese Süßigkeiten für die Mama zu kaufen. Ich selbst bin da standhaft geblieben, weil ich tatsächlich der Meinung bin, dass die Dame genug Unterhalt bekommt, um die Kinder versorgen zu können. Andere Mütter können davon nur träumen. Und dann ist sie nicht einmal in der Lage ihre Rechnungen zu zahlen, geschweige denn sich um die finanzielle Lage zu kümmern.
Der Liebste und ich sagen nichts mehr dazu. Es ist nicht unser Leben, was den Bach runter geht. Und die Große wird dadurch eher aus ihrem Haushalt geholt. Dementsprechend bietet keiner von uns mehr Hilfe an. Das hat bei so vielen Lügengeschichten auch keinen Sinn. Das ist wie mit dem Unkraut im Garten ;)
Na ja, das Gespräch ging dann jedenfalls weiter als wir an der Kasse standen:
'Wenn Mama so weiter macht, dann ziehe ich hierher.'
'Aber du kannst doch hier nicht wohnen?! Das ist doch ein Einkaufsladen. Da wohnen Menschen nicht. Der ist zum Einkaufen da.'
So altklug wie sie dann ist: 'Ooooch, na ich meine zu euch!'
'Wie? Zu uns? Was macht die Mama denn?'
'Sie sagt immer, dass ich mein Zimmer aufräumen muss. Das dauert immer so lange.'
Und bei diesem Satz hätte ich fast laut losgelacht. Fairerweise habe ich ihr dann gesagt, dass sie ja bei uns auch ihr Zimmer aufräumen muss. Aber scheinbar ist es bei ihrer Mutter wohl ein Drama.
Ich hatte erstmal genug von diesem Gespräch und habe sie abgelenkt. Ich wollte nicht noch mehr Sachen hören, die mich hellhörig werden lassen.
An sich ist es mir egal wie ihre Mutter das anstellt. Es wundert mich, dass es hier funktioniert und da nicht. Ich achte allerdings darauf, dass sie nach jedem Spielen ihre wenigen Dinge, die sie dabei heraus kramt, wegräumt. Allein schon morgens vor dem Frühstück wird das erste Mal aufgeräumt. Dann lüfte ich nämlich in der oberen Etage, weshalb bei den derzeitigen Temperaturen eben auch nicht oben gespielt werden sollte.
Somit ist ihr Zimmer prinzipiell immer aufgeräumt. Es würde wohl sonst auch an mir kleben bleiben. Hat also auch ein paar egoistische Hintergründe ;)


Heute ging es dann nach den zwei tollen Tagen außer der Reihe darum, wichtige Dinge zu regeln. Gleichzeitig war der Jüngste endlich wieder gesund und ich hatte beschlossen die zweite MMR-Impfung machen zu lassen bevor die Große das nächste Mal wieder Bazillen mitbringt und es dann wieder nicht möglich ist. Die letzten 3 Wochen war das schon der Grund, weshalb die Krabbelgruppe und der Sport ausfallen mussten. Ich bin nicht wirklich begeistert davon. Und Impfungen empfinde ich als wichtig.
Ich hatte noch kurz überlegt, ob ich mir das Theater heute schon antun möchte. Ach, Augen zu und durch!
Ich hatte gerade die Tür zum Arzt geöffnet und wäre liebend gern wieder hinaus gestolpert. Es war trotz des schönen Wetters enorm voll. Das kann dann ja zu den U-Untersuchungen im Sommer heiter werden ...
Aber: Augen zu und durch! Und es ging schnell. Erstaunlicherweise hat der Jüngste nicht einen einzigen Mucks bei der Impfung gemacht. Dafür hat er sich aber die Gummibären regelrecht in den Mund gestopft. Okay, er war tapfer. Dann darf er das ausnahmsweise.
Hoffen wir auf 4 Wochen ohne Bazillen. Dann hat er es endgültig geschafft :)

Und nun erfreue ich mich an dem Frühling während der Jüngste immer noch seinen Mittagschlaf hält und zähle die letzten 2 Stunden Arbeit des Liebsten.


Fazit der Woche: Das Leben ist trotz all der Tiefen schön und voller Liebe, wenn man dafür kämpft und sich selbst nicht verliert. Ehrlichkeit und Zusammenhalt sind dabei wirklich wichtig!

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