Sonntag, 17. April 2016

#Stiefmutterpost Nr.7

Da ist es wieder: das Thema Patchworkfamilie. Und das erneut in einem eher schlechten Zusammenhang.
Die Mutter der Großen dreht Mal wieder ziemlich frei. Wir kennen es ja nicht anders. Anscheinend glaubt sie, dass ich meinen Blog ohne das Wissen des Liebsten führe und er auch nicht liest, was ich schreibe. Dementsprechend glaubte sie wohl auch, dass sie Stress zwischen uns schaffen kann, indem sie den Liebsten aufhetzt, weil ich böse Stiefmutter der Großen seelischen Schaden zufüge.

Sie ist der Meinung, dass der Liebste ihr Kindermädchen spielen soll und sie ihm vorschreiben kann, was er mir vorzuschreiben hat, anstatt wie eine erwachsene Frau um ein Gespräch mit mir zu bitten und zu erklären, was ihr Problem ist. Auch, wenn es dabei um die Große geht, kann sie nicht erwarten, dass der Liebste Dinge regelt, die ihn nicht direkt betreffen.
Immerhin sind wir beide erwachsen genug, um für unser Handeln gerade zu stehen. Dazu zählt auch, dass sich jeder von uns zu den Problemen, mit denen wir von anderen konfrontiert werden, äußern dürfen. Es hat schließlich keinen Sinn, wenn ich zu ihren Vorwürfen nicht einmal Stellung beziehen kann. Wir hatten ja nun oft genug das Problem, dass die Große Unwahrheiten erzählt. Was allein schon zwischen dem Liebsten und der Mutter zu einer Menge Ärger geführt hat.

Nun denn, er ist jetzt ein schlechter Vater, weil er sein Leben so führt wie er es für richtig hält und die gute Frau wohl nicht um Erlaubnis fragt, ob es ihr genehm ist.
Dass sie aber nicht einmal zulässt, dass er der Vater sein kann, der er sein möchte, weil sie ihn belügt und wichtige Dinge zur Epilepsie der Großen verheimlicht, begreift sie dann wieder nicht. Sie stellt stattdessen Erwartungen auf, die sie selbst nicht einmal ansatzweise erfüllen kann. Und DAS ist wirklich sehr arm!

Nachdem wir die Große aus der Kita abgeholt hatten, sind wir gleich zum Zahnarzt gefahren, weil sie schon die Woche davor über Zahnschmerzen geklagt hatte und nicht so recht essen wollte. Sie war da schon sehr komisch. Eher distanziert und verschlossen. Komplett anders als zum letzten Umgang, wo sie bei uns wirklich aufgeblüht ist. Dazu hatte sie dann auch noch ein blaues Auge und erzählte, dass sie gehauen wurde. Sie wollte aber partout nicht verraten, wer sie gehauen hat.
Auf der Heimfahrt, während alle schliefen, überlegte ich, ob wir nicht gleich zur Polizei fahren und erst einmal Anzeige wegen Körperverletzung erstatten.
Wir haben dann aber etwas später beschlossen sie das Wochenende noch einmal behutsam darauf anzusprechen. Es ist eben auch ziemlich schwierig, weil sie ja recht häufig irgendwem eine Schuld zuschiebt, obwohl dem gar nicht so war. So kennt sie es leider. Das ist für sie ein Weg, der es einfacher macht. Der es ihr ermöglicht eben an das heran zu kommen, was sie möchte. So können Kinder nun einmal sein, wenn sie in schwierigen Verhältnissen aufwachsen.
An dieser Stelle bin ich wirklich dankbar dafür, dass die Familienhilfe, die für mich da ist, solche Sachen mit mir bespricht. Es hilft mir jedenfalls zu verstehen, was in der Großen vorgeht.

Sie war also die ganze Zeit recht komisch. Und wir haben noch einmal gemeinsam mit ihr darüber gesprochen, dass es wichtig ist, dass sie nicht lügt. Prinzipiell machen wir das fast jedes Wochenende. Nun aber war es ja so, dass sie sagte, das ich etwas Schlimmes mit ihr mache, wenn wir allein sind. Das kann so schon gar nicht hinkommen, da ich seit Februar nicht mit ihr allein in einem Raum bleiben möchte, wenn es sich nicht vermeiden lässt.
Das mag sehr gemein klingen, ist aber teilweise eben genau wegen solcher Lügen tatsächlich das Beste, was ich mit dem Liebsten ausmachen konnte. Und ich kann dabei dem Jüngsten weiterhin gerecht werden. Letztes Jahr hat er enorm zurück stecken müssen, wenn die Große da war. Er kommt jetzt in ein Alter, wo er so etwas wahrnimmt. Und ich finde Ungleichheiten unter den Kindern innerhalb eines Familiengefüges einfach nicht in Ordnung. Das schafft nur noch mehr Rivalitäten untereinander. Und die Kinder haben es schon schwer genug.
Gleichzeitig gehe ich mit dem Jüngsten abends ins Bett damit die Große genug Papazeit für sich hat. Das sind noch einmal zusätzlich fast 2 Stunden. Es gibt also keine Möglichkeit, dass ich etwas Böses mit ihr anstelle, was der Liebste nicht mitkriegt. Zumal hier eh alles nur in Rücksprache mit dem jeweils anderen geschieht. Das ist, Gott sei Dank, hier etwas ganz tolles zwischen uns. Er kennt es ja nun von der Mutter der Großen ganz anders.

Die Große fragte dann nach dem Spielturm. Natürlich. Denn ihre Mutter liest ja diesen Blog. Und sie muss dem Kind unbedingt irgendwas erzählen, was absolut nicht ihre Aufgabe ist. Das hat dazu geführt, dass die Große umso enttäuschter war. Wie kann diese Frau dem Kind nur so Schaden? Der Liebste war dementsprechend sauer. Immerhin ist der Ablauf des Umgangs seine Angelegenheit. Und, wenn die Große nicht zu uns möchte, weil ihre Mutter in ihrer Anwesenheit schlecht über uns redet und sie somit in einen großen Gewissenskonflikt kommt. Das ist ein typisches Problem bei Trennungskinder.
Nachdem ihre Mutter dann geschrieben hatte, dass sie morgens schon geweint hat, haben wir darüber gesprochen was wir jetzt machen. Letztes Jahr hatten wir für uns gesagt, dass wir nicht nachgeben, wenn die Große zu ihrer Mutter will, weil das eher ein Freifahrtschein dafür ist, dass sie ihren Willen bekommt. Nachdem wir aber vor einigen Wochen mit der Familienhilfe darüber gesprochen hatten, haben wir beschlossen, dass wir das so nicht mehr machen. Als er sie dann vor dem Essen fragte, ob sie nicht bei uns sein mag und zurück zu ihrer Mutter möchte, sagte sie erst zu und dann wollte sie doch hier bleiben.
Nach dem Essen fragte er sie dann noch einmal und beim Hände waschen  noch einmal. Und, da sie dann tatsächlich zu ihrer Mutter wollte, teilte er es ihr mit.
Diese verbreitet natürlich, dass der Liebste völlig am Rad dreht und die Große nicht bei sich haben will. Darüber können wir wieder nur den Kopf schütteln. Ein erneuter Beweis dafür, dass sie sich die Welt so malt wie sie ihr gefällt. Und die Kinder leiden darunter.

Wir haben nun in all den Monaten gelernt, dass wir uns nichts mehr daraus machen. Es ist nun einmal so und lässt sich nicht ändern. Wichtig ist einfach, dass wir unser Leben im Griff haben und für die Große da sein können, wenn sie es braucht bzw. es möglich ist. Da ist uns ihr Neid über unser Familienglück auch egal. Wir regen uns ja auch nicht darüber auf, dass sie in den letzten Wochen wieder mit dem und dem Kerl anbändelt und die Kinder mit dem ständigen Partnerwechsel eher Schaden nehmen als unsere nun mittlerweile feste Ehe.

Dürfen wir also gespannt sein, was sie noch versucht, um zu verstecken, dass sie ihr eigenes Leben nicht im Griff hat, den Kindern nichts zu Essen kaufen kann und bei den Eltern des Liebsten nach einem Kredit für ein Auto betteln musste, den sie nicht bezahlen kann, weil sie noch ganz andere Schulden offen hat.
Ich finde es an dieser Stelle auch sehr witzig, weil die Eltern des Liebsten ja auch nur den abgeranzten Fiat hätten abholen brauchen. Dann hätte die Frau ihr gewohntes Fahrzeug wieder gehabt. Ist ja schließlich auch ihr Auto :)
Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Es war also wieder einmal ein ganz schönes Chaos. Und es muss so gar nicht sein. Aber die gute Frau möchte es so. Dann muss sie das eben auch allein ausbaden.
Die beiden Mädels tun mir sehr leid. Aber ich habe lernen müssen, dass ich nichts für sie tun kann. Deshalb werde ich auch weiterhin konsequent mit dem Liebsten zusammen entscheiden, was wir für richtig halten und nicht das, was die Mutter meint. Sie muss sich das Privileg erst einmal verdienen, wenn sie meint, sie möchte Mitspracherecht über den Umgang haben. Immerhin ist es unser Familienleben. Wir dürfen uns auch nicht in ihr Leben einmischen. Und das muss sie lernen.

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