Dienstag, 7. Juni 2016

#Stiefmutterpost Nr. 8

Die letzten Wochen waren sehr turbulent. Eigentlich müsste es ruhiger sein, weil die Große schon lange nicht mehr hier war. Aber das hat eben einen Grund: das Leben ihrer Mutter geht gerade bergab. Ich frage mich wie lange es noch dauert bis sie ins Gefängnis kommt, weil die Schulden immer weiter anwachsen und sie sich nicht darum kümmert.

Die fristlose Kündigung der Wohnung stand schon. Das hat das Jugendamt kurzfristig rückgängig gemacht, weil der Liebste Alarm geschlagen hat. Da sie aber erneut keine Miete gezahlt hat und auch die offenen Mieten nicht einmal Ratenweise begleicht, wird es nur noch ein paar Tage dauern, bis sie erneut die fristlose Kündigung und somit auch die Zwangsräumung erhält.
Ich rechne damit, dass sie Ende Juni auf der Straße steht.

Gleichzeitig verschleiert sie, dass die Große wieder eine schlimme Krampfphase durchmacht. Dadurch, dass sie nicht zum Arzt geht - oder meistens erst eine Woche später bzw. zu regulären Kontrollterminen - und auch niemandem mitteilt, dass die Anfälligkeit gerade höher ist, wächst das Misstrauen und alle denken sich, dass sie die Medikamente nicht verabreicht. Das passt auch ganz gut dazu, dass sie die Umgänge mit den Großeltern und bei uns boykottiert.

Dass die Kinder dann auch noch von Fremden betreut werden anstatt eine schöne Zeit bei den Großeltern oder die Große eben bei ihrem Vater haben kann, versteht auch niemand.
Erstrecht nicht, dass sie gerade dafür gesorgt hat, das das Arbeitsamt Sanktionen einleitet. Fängt ja schon damit an, dass die Mutter behauptet für nächste Woche Urlaub gebucht zu haben, obwohl der Liebste gesagt hat, dass er im Juni eine Urlaubswoche mit der Großen verbringen möchte aber erst noch schauen muss, wann er die nehmen kann.
Nun soll er den Urlaub verschieben.
Tja, erstens hat es keinen Sinn den Urlaub zu verschieben, wenn die Große dann eh nichts von ihrem Papa hat, weil ich kurz vor der Geburt stehe. Ist ja nicht so, dass wir uns dabei etwas gedacht haben. Die Zeit bevor ein kleines Baby hier ist und enorm viel Aufmerksamkeit und Zeit fordert, eignet sich eher weniger, um der Großen ein paar schöne Tage mit ihrem Papa ermöglichen zu können.
Und gleichzeitig muss er ja auch darauf achten, dass genug Kollegen auf Arbeit sind. Wenn sowieso nur 3 Leute in seiner Schicht sind, dann kann er nicht auch noch Urlaub nehmen. Es würde ja nicht einmal genehmigt werden. Aaaaaaaber laut Aussage der Mutter sei das ja alles so einfach - für sie als Arbeitslose sicherlich.
Darum macht sein Chef ja auch nur Theater, weil ich wegen einem Notfall ins Krankenhaus muss und der Liebste nach zwei Stunden Arbeit wieder Heim kommen muss ...

Also, bevor ich wieder sarkastisch werde, komme ich zu dem zurück, was ich eigentlich sagen wollte:
Man merkt einfach, dass die Mutter überfordert ist. Mit allem! Und es ist ja auch nicht schlimm als Alleinerziehende überfordert zu sein. Jedenfalls nicht, wenn man ehrlich sagt, dass man in Schwierigkeiten steckt und dann eben schaut wie man da wieder hinaus kommt.
Ein guter Anfang wäre schon einmal, wenn sie nicht ständig die wichtigen Umgänge für die Kinder boykottieren würde. Je mehr Zeit die Kinder in geordneten Verhältnissen verbringen, umso besser entwickeln sie sich, sind ausgeglichener.
Es würde uns allen auch weniger Sorgen machen, wenn sie wirklich ernsthaft ihre Schulden abarbeitet und sorgsamer mit dem Geld umgeht. Dazu zählt eben auch, dass die Kinder die nötige Kleidung bekommen. Und zwar nicht abgetragen von anderen Kindern, sondern wenigstens halbwegs vernünftige Kleidung. Dazu bekommt sie schließlich eine Menge Unterhalt für beide Kinder.

Und eigentlich frage ich mich die ganze Zeit, warum sie nicht für sich und die Kinder entscheidet, dass sie woanders aufwachsen. Jaaaaaah, vielleicht ist es für eine Mutter schwierig sich nur auf Umgangszeiten zu beschränken. Aber denken wir doch einmal an die Kinder: sie können bei den jeweils anderen Parteien aufwachsen, die sich um all diese belastenden Dinge kümmern. Kita, Schule, Ärzte, Kleidung und Co. Sie werden gut versorgt und wachsen ohne Sorgen auf.
Und sie als Mutter kann die Zeiten der Umgänge viel intensiver nutzen. Sie ist dann quasi wie die Großeltern normalerweise sind: der verwöhnende Part. Sie brauch sich um nichts kümmern und kann die Zeit genießen. Und hat gleichzeitig viel mehr Möglichkeiten ihr eigenes Leben zu organisieren.

Außerdem würde für alle - auch für sie - Ruhe einkehren, solange sie nicht wieder irgendwelche Zickereien anstellen würde. Die Kinder würden sich dann auch nicht immer so abgeschoben fühlen, wenn sie gern zu den Großeltern oder eben zum Vater möchten und ihre Mutter dann auch noch fragt, ob sie gleich die Koffer packen soll.
Es ist doch einfach nur der Wunsch nach anderen sozialen Kontakten, nach einem Ausgleich zu dem Leben bei ihrer Mutter, welches dort eben sehr problematisch und eingeschränkt verläuft. Das merken die Kinder. Und dann solche Aussagen zu tätigen und die Kinder damit zu verunsichern trägt einfach nur dazu bei, dass sie innerlich verkümmern.
Es wundert mich nicht, dass die Große deshalb ein eher trauriges Kind ist. Und trotzdem tut es weh mit anzusehen, dass sie nicht so herzhaft lachen kann wie der Mittlere es macht, wenn wir umher toben.
Umso wichtiger ist doch, dass die Mutter beginnt zu verstehen, das man nicht immer etwas Böses will. Klar, kann man gekränkt sein, wenn jeder sagt, dass die Kinder bei ihr nicht gut aufgehoben sind und sie eine viel bessere Wochenendmami ist als eine alleinerziehende Mutter. Aber es ist doch auch nur zum Wohl aller. Und das ist doch das Wichtigste an dieser ganzen Geschichte.

Letzten Sommer hatte ich ihr sogar angeboten, dass sie auch gern vorbei kommen kann mit den Kindern. Ich hätte nichts gegen den ein oder anderen Besuch gehabt. Und würde sie nicht ständig lügen oder so viel Hass verbreiten und alle gegeneinander ausspielen, dann würde es auch viel einfacher ablaufen.
Der Liebste ist einfach nur noch sauer. Sauer, weil sie ihm die wichtigen Dinge zur Gesundheit der Großen verschweigt. Sauer, weil sie ständig mich vorschiebt, um den Umgang zu boykottieren, weil sie glaubt, das ich die Mutterrolle einnehmen möchte. Sauer, weil sie weiterhin lügt und es nicht schafft ihr Leben zu ordnen. Sauer, weil er Angst um die Große hat und die Mutter ihm so ziemlich alles verweigert oder eher noch so absurde Bedingungen stellt, die mit seinem Familienleben eben nicht vereinbar sind, obwohl es gar nicht so kompliziert gemacht werden müsste ...

Nun hat sie ihn zum Thema Urlaub schon wieder angelogen. ICH werde ihm ganz bestimmt nicht sagen, was nächste Woche bei ihr ist. Das ist ganz allein ihre Aufgabe und vor allem ein Anfang endlich einmal ehrlich zu sein.
Wenn sie den Rat meinerseits nicht annimmt, dann wird er das heute beim neuen Anwalt mit anbringen. Und dann sieht es wirklich nicht mehr gut für sie aus.

Das Schlimme daran ist, dass sie sich das alles selbst einbrockt. Es wäre gar nicht so weit gekommen, wenn sie nicht immer so lügen würde ...
Manchmal komme ich mir wie im Irrenhaus vor: ich bin die einzige, die versucht nicht mit jedem Streit zu haben.
Da sie es aber immer noch nicht schafft sich mit mir auseinander zu setzen, weil der Liebste und ich gemeinsam schauen müssen, was machbar ist, um es so geregelt wie möglich für die Große ablaufen lassen zu können, ist es mir dann auch egal was sie denkt. Dann muss sie eben eifersüchtig sein, weil es bei uns gut läuft. Dann muss sie eben der Großen weh tun und ihr einreden, dass der Liebste die Große nicht mehr lieb hat. Wenn die Mutter sich damit besser fühlt ...
In ein paar Jahren wird die Große sie dafür hassen. Weil sie dann versteht, dass es nicht immer nach der Nase dee Mutter gehen kann, sondern sie sich ebenso bemühen muss, damit das alles läuft.

Wie viel weniger Ärger sie mit dem Jugendamt und demnächst dem Gericht hätte, wenn sie sich einfach nur zusammen reißen würde ... Die Kinder tun mir wirklich leid!

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