Montag, 29. August 2016

Stiefmutterpost Nr. 9

Tja, welches Leid soll ich euch denn heute klagen? Eigentlich ist Montag und der Tag, an dem ich mich über etwas Besonderes freuen sollte. Stattdessen denke ich nach.


Ich denke darüber nach, ob mir das alles total egal sein soll oder ob ich mit der Großen Mitleid haben sollte.

In zwei Tagen hat ihre Mutter keine Wohnung mehr.
Warum? Weil sie die Miete nicht zahlt oder die Mietrückstände nicht begleicht. Und sich auch nicht um irgendetwas in der Tat kümmert.
Warum das so ist, das versteht niemand. Ihr wurde nun oft genug Hilfe angeboten. Sei es mit irgendwelchen Anträgen oder Terminen beim Amt usw ... Aber es ist ja alles okay. Sagt sie. Sagt das Jugendamt.

Die Große ist in letzter Zeit extrem auffällig. Sie ist aggressiv, extrem frech, mag kaum etwas essen, was sie sonst immer gegessen hat und ihr ist nichts gut genug.

Ich erkläre dazu am besten, dass wir für die Umgänge bisher Kleidung kaufen mussten, weil ihr nicht genug Wechselkleidung mitgegeben wird. Und meistens ist ihre Kleidung kaputt, dreckig, zu klein oder nicht dem Wetter entsprechend.
Wir haben nun beschlossen, dass wir keine Kleidung mehr kaufen werden. Dann wird sie eben krank und muss das Wochenende über denselben Schlüpfer tragen. MIR ist das egal. Ist nämlich nicht mein Kind und ich sehe nicht ein ihre verantwortungslose Mutter zu ersetzen. Jedenfalls nicht so.

Letzte Woche hat der Liebste diese Frau noch einmal daran erinnert, dass die Große hier leben kann. Er bot ihr sogar an, dass sie weiterhin das Kindergeld behalten kann, weil alle vermuten, dass es ihr ums Geld geht. Sie gibt die Kinder nämlich ziemlich oft an andere ab und äußert sogar, dass sie mit der Großen allein - ohne ihre Halbschwester - nichts anzufangen weiß.
Traurig.
Aber, wenn das so ist, dann soll sie doch die Kinder abgeben. Dann muss sie sich nicht um die Sachen kümmern und kann die Zeit der Umgänge einfach schöne Dinge mit den Kindern machen.

Die Große braucht dringend Hilfe. Ob da nur ein Kinderpsychologe helfen kann oder Ergotherapie reichen würde, können nur Fachleute sagen. Dazu kommt es aber nicht, weil ihre Mutter sich nicht darum kümmert.

Der Liebste hat jedenfalls keine Antwort bekommen. Und ich gucke mir das auch nicht länger mit an.
Wenn die nächsten Umgänge nicht laufen oder ihre Mutter nicht dem Umzug zustimmt, dann weigere ich mich, dass die Umgänge hier stattfinden. Dann muss eben der Umgangstitel abgeändert werden und kann nur noch aus Tagesausflügen bestehen. Ob der Liebste das auf Dauer mitmacht - allein wegen der Fahrerei und der Zeit, die der Familie fehlt - bezweifele ich.
Ich kann aber auch verstehen, dass er sagt, das dann eben kein Umgang stattfindet. Das, was die Große derzeit veranstaltet, geht über keine Kuhhaut. Und, da die Mutter das alles so laufen lässt, muss sie eben die Konsequenzen tragen und zusehen wie sie mit der Großen klar kommt.

Warum? Ich akzeptiere nicht, dass diese Aggressionen hier unseren Hausstand zum Opfer fallen und vor allem unsere Kinder unter dem Verhalten leiden. Wir können ihr schließlich nicht helfen. Alle zwei Wochen ... Es ist zu wenig Zeit am Wochenende und zuviel Zeit dazwischen.

Ein weiterer Reibungspunkt: den Urlaub im Juni hat die Mutter boykottiert. Sie glaubt doch nicht ernsthaft, dass es nach ihrer Nase geht und der Urlaub von jetzt auf gleich nachgeholt wird? Vor Gericht wurde extra gesagt, dass sie sich auf die Planung einstellen muss, da nun einmal auch genug Leute auf Arbeit da sein müssen, um Urlaub bekommen zu können. Die Prinzessin hat aber immer noch keine Ahnung wie das Leben läuft.

Es liegt die Vermutung nahe, dass ihre Lebenspartnerin eifersüchtig auf die Kinder ist. Diese dürfen nicht mehr mit der Mutter kuscheln.
Letzte Woche erhielt ich sogar SMS mit verdammt schlechtem Deutsch und unsinnigem Inhalt von dieser Person. Da mischt die sich in Dinge ein, von denen sie keine Ahnung hat :D Ich musste so herzhaft darüber lachen, weil die Mutter ja erwartet, dass ich mich auch nicht einmische.
Wo denkt sie hin? Es betrifft auch mein Leben. Und in erster Linie klären der Liebste und ich, ob es in unsere Planung passt oder nicht.

Die gute Dame hat es sich verscherzt. Sie hätte es so einfach haben können. Letztes Jahr hatten wir ihr mehrmals angeboten, dass wir die Große auch außer der Reihe nehmen, wenn sie feiern möchte oder was anderes vor hat. Es ist ja völlig in Ordnung. Aber nicht so wie sie es derzeit macht.
Und es ist mir auch egal, wenn wir einen Notfall haben und keiner von uns drei Stunden im Auto sitzen kann, um die Große zum Umgang zu holen. Es ist mir egal, weil SIE diejenige ist, die einfach weggezogen ist. Ohne Zustimmung vom Liebsten. Einen unbefristeten Vertrag hatte sie. Die Wohnung war auch okay. Aber mit Mietschulden und dem Ex auf Arbeit, mit dem man den eigenen Mann betrügen müsste, lebt es sich nun einmal nicht mehr so schön wie man es sich eingeredet hat.
Sie ist der betreuende Elternteil und eben dazu angehalten sich auch auf Notfälle einzurichten. Das muss sie ja schließlich auch, wenn was mit ihrer Tochter ist. Da braucht sie dann auch nicht dumm tun und erwarten, dass sie nach all dem, was sie verbockt an erster Stelle steht. Dieses Privileg hat sie seit dem Fremdgehen nicht mehr.


Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ekelig die Kleidung der Großen gestunken hat in unserer Kennenlernzeit. Da war sie noch so klein und lieb. Und mittlerweile erkennt man sie nicht wieder.
Genau das macht mir bewusst wie lange ich das alles schon mitmache.
Und nun eben nicht mehr. Es ist mir egal. Es ist nicht mein Kind.
Und, da der Liebste keine Chance bekommt die Große zu retten, wird sie eben in ein paar Jahren im Heim enden, weil die Mutter dann nicht mehr mit ihr zurecht kommen wird.
Und dann ist keiner mehr bereit sie aufzunehmen, weil das einfach nicht mehr ausgebügelt werden kann.

Eigentlich sollte ich wirklich froh sein, dass die Mutter ihre Tochter nicht hierher ziehen lässt. Es bliebe nämlich sämtliches an Terminen an mir hängen - mit 3 Kindern im Gepäck. So kann ich die Zeit mit meinen beiden ungestört genießen. An den Umgangswochenenden muss ich mich dem ja auch nicht aussetzen, sondern kann einfach etwas Schönes unternehmen.


Das alles klingt total egoistisch. Wer aber einmal erlebt hat wie die Große ist und dazu dann noch so ein unfähiges Jugendamt hat, der weiß, dass es das Beste ist. Es hat halt keinen Sinn. Nichts. Weder Hilfe anbieten, noch Hilfe suchen. Das gemeinsame Sorgerecht des Liebsten wird weiterhin übergangen, selbst vom Jugendamt.

Die Große könnte ein besseres Leben haben. Sie könnte die Zeit mit ihrer Mutter genießen. Und sie könnte ein geordnetes Leben kennen lernen. Sie hätte eine faire Chance wieder auf den richtigen Weg zu kommen anstatt total abzustürzen. Sie müsste bei einem Krankenhausaufenthalt nachts nicht allein sein, weil ihre Mutter auf ihre Halbschwester aufpassen muss. Der Liebste hat immerhin mich, die ihm den Rücken frei halten kann.

Aber die Mutter glaubt allen Ernstes, dass er über 100km fährt, um ... Ja, um was genau? Sie will unbedingt die Alleinerziehende sein. Da ist eben keine Chance irgendwas auf Arbeit zu klären, um die Pflichten der Mutter übernehmen zu können.
Dazu müsste die Große hier wohnen, damit er offiziell als Alleinerziehender seinen Pflichten nachgehen kann.

Sie wird schon noch irgendwann sehen, dass sie ihr Leben so dermaßen kaputt macht. Ich warte jedenfalls geduldig auf den Moment, wo sie ersatzweise in Haft muss, weil sie ihre Schulden nicht begleicht. Insbesondere die gut 7000€ Gerichtskosten, weil sie behauptet hat, dass jemand übergriffig war. Herrlich, nicht?!

Da muss man sich wirklich nicht wundern, dass die Große ihre Kleidung im Kindergarten verbuddelt und die Erzieher nicht mehr weiter wissen. Ach wie gut, dass ich mich damit nicht ärgern muss :) Da bin ich wirklich dankbar für die Doofheit der Mutter. Oder lieber dankbar, weil sie so geldgierig ist?! :)

Das Kind tut mir leid. Aber man kann nichts daran ändern. Solange das Jugendamt sagt, dass alles okay ist und Meldungen wegen Kindeswohlgefährdung nicht einmal nachgeht, obwohl sie dazu verpflichtet sind ...

Das Witzigste an dieser ganzen Sache: ich baue dem Liebsten ja ein neues Leben. Sagt sie.
Ähm ... Verzeihung. Ich habe hier niemanden betrogen und das Leben weggeschmissen. Und in erster Linie baue ich MIR ein schönes Leben. Dass ich das mit dem Liebsten führe, ist ja nicht allein meine Entscheidung. Immerhin ist er erwachsen genug, um selbst bestimmen zu können wie sein Leben verläuft. Und ich denke, dass es eben gut läuft, weil ich ihn nicht so belüge wie sie es tat und immer noch tut und zudem auch auf ihn eingehe und nicht nur das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster werfe.

Das sind so alberne Reibungspunkt, die nicht sein müssten. Aber scheinbar kann sie nicht anders, als auf dieser Ebene der Eifersucht zu kommunizieren und zu erpressen. Gerade eben bin ich alte Nachrichten durchgegangen. Das ist wirklich traurig. Und immer leidet die Große darunter.

Garantiert wird sie auch ihrer 'Lebenspartnerin' eine Menge Lügen auftischen, weshalb da wieder Streit zu sein scheint. Ich finde das ja sehr witzig :)
Vor allem, nachdem sie kurz nach unserer Hochzeit meinte, dass unsere Ehe nicht lange halten wird. Seitdem ich das alles miterlebe hat sie mindestens drei 'Beziehungen' durch. Dadurch sind die Kinder allein schon immer durcheinander, weil sie plötzlich ständig woanders übernachten müssen. Ihre Spielsachen nicht haben und in fremden Betten nächtigen. Teilweise mit anderen Kindern zusammen in einem Bett schlafen oder die Badewanne teilen. Das ist schon echt ekelig.

Ich bin gespannt, ob die Oma wenigstens Erfolg vor Gericht hat. Die Strafanzeige gegen das Jugendamt läuft ja noch.

Ich bin mittlerweile so hart, weil all meine Bemühungen, dass es der Großen hier gut geht und man das unter den Erwachsenen halbwegs reibungslos klären kann, damit abgewiegelt werden, dass es mich nichts angeht.
Als Bonusmutter geht es mich aber etwas an. Auch ich habe eine Fürsorgepflicht, wenn die Große da ist. Auch mein Leben ist von all diesen Dingen betroffen. Und, weil ich das nicht mehr tragen möchte - eben, weil es meinen eigenen Kindern nicht gut damit geht - begegne ich dem Ganzen mit Ablehnung.
Ich bin selbst in der Rolle der Alleinerziehenden beim großen Bruder. Im Gegensatz zu der Dame benehme ich mich allerdings nicht so. Mein Sohn steht an erster Stelle. Eher kaufe ich ihm Winterkleidung als mir eine neue Jeans zu leisten.
Bei dieser Frau ist es aber genau anders herum. Und auf so etwas habe ich keine Lust mehr.

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