Mittwoch, 21. Dezember 2016

Sich besinnen

Nachtrag: Ich habe nun zwei Tage darüber nachgedacht, ob ich das so bloggen möchte. Und ja, ich möchte es. Sind nämlich meine Affen, also auch mein Zirkus.

Der letzte Adventssonntag hat sich heute Nacht verabschiedet. Nur noch ein paar Tage und viele Kinder sitzen vor den Weihnachtsbäumen, schön geschmückt und packen ihre Geschenke aus.

Ich frage mich wie jedes Jahr, warum wir Weihnachten dieses Jahr so verbringen wie wir es planen. Das mache ich, weil ich es schade finde, dass so viele zornige Gedanken dieses Fest begleiten. Und, warum das so ist, verstehe ich absolut gar nicht.

Prinzipiell könnte man wieder fragen, einen Brief schreiben, das Telefon in die Hand nehmen. Aber, nein, das möchte keiner mehr von uns. Denn nicht wir sind am Zuge, sondern andere haben jetzt die Möglichkeit den ersten Schritt zu machen.

Nach all der Unhöflichkeit, die ich anfänglich belächelt und ignoriert habe, finde ich es gar nicht mehr toll, dass Telefonate einfach beendet werden, Beleidigungen fallen, weil man nicht anders kann, als die Menschen um sich herum von sich zu stoßen und trotziges Verhalten, weil wir nicht so handeln wie andere es von uns verlangen.

Ich denke mir dann jedes Mal, wenn ich alles Revue passieren lasse, dass es so absolut nicht sein muss. Wieso muss man auf Entschuldigungen warten, wenn man selbst nicht in der Lage ist sich zu entschuldigen? Und, warum muss ich einem Menschen etwas vorwerfen, was gar nicht mein Recht ist es diesem Menschen vorzuwerfen?
Und, wenn man als ein sehr unangenehmer Mensch auftritt, warum erwarte ich dann, dass ich erwünscht bin? Insbesondere dann, wenn man Familienmitglieder ausschließt.

Anstatt zur Besinnung zu kommen wird nur noch mehr Schaden angerichtet. Und das zum Leid von Kindern. Das macht mich traurig. Es macht mich traurig, dass Menschen immer so voll Zorn sein müssen und nicht anders können als Dinge zutun, die anderer Leben beeinträchtigen. Nur, um sich besser zu fühlen. Dem eigenen Ego zur Liebe.



Was hat man davon, wenn man am Ende einsam stirbt?


Generell halte ich es so, dass Menschen, die mir nicht gut tun, nichts in meinem Leben zu suchen haben - wenn es möglich ist.
Bei Familienmitgliedern versuche ich es nach folgendem Prinzip: 'Nicht meine Affen, nicht mein Zirkus' = 'Leben und leben lassen.'
Genau. Jeder macht sein Ding. Denn betreffende Personen wissen am besten, was ihr Herz begehrt, welche Fehler sie machen wollen, um daraus zu lernen und in welcher Umgebung sie sich am wohlsten fühlen.
Das Gleiche erwarte ich von anderen. Ich entscheide nämlich, ob ich in einem Auto mit pinken Radkappen fahren möchte, schwarzgebräunt vom Solarium komme oder eben 9 Monate warte bis der Schwangerschaftsspeck auf meinen Rippen von allein runter ist anstatt mich mit einer Diät nach der anderen verrückt zu machen und Zeit damit zu verschwenden Kalorien zu zählen. Sind nämlich meine Affen, also auch mein Zirkus.

So lässt sich ein guter Umgang pflegen. Man trifft sich, trinkt einen Kaffee zusammen, quatscht über Gott und die Welt, füllt den Bauch mit einem Kuchen, der nicht immer dem eigenen Geschmack entsprechen muss und geht dann wieder seiner Wege.
Kein Nörgeln am Intérieur, Körpergewichten, Lebensweisen, Erziehungsstilen, Stillen oder nicht Stillen, Fremdbetreuung der Kinder, Religionsangehörigkeit oder fehlender Tischdecke, die heutzutage auch nicht mehr modern ist.

Stattdessen erlebe ich genau DAS: jedes Wort, jede Tat wird auf die Goldwaage gelegt, man nimmt es persönlich und fühlt sich gekränkt, wartet auf eine Entschuldigung und fängt an Spitzen zu schmeißen.
Ich meine, was beabsichtigt man böses, wenn man erst einmal das Kind versorgt? Oder nicht von anderen vorgesetzt bekommen möchte, welche Prioritäten man zu pflegen hat? Oder eben zur Schlafenszeit der Kinder nicht am Telefon sitzen möchte, während die Kinder immer quengeliger werden, weil sie müde sind? Was hat man bösartiges im Sinn lieber zu einer anderen Tageszeit telefonieren zu wollen?

Mittlerweile kommen wir ganz gut klar, dass wir uns nicht mehr den Druck machen es allen recht machen zu wollen. Das ist sowieso nicht möglich. Und deshalb feiern wir Weihnachten wieder so wie wir es feiern wollen. So halten wir es auch mit Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten.

Vielleicht kommt der eine oder die andere dieses Jahr zur Besinnung und findet einen guten Kontakt wichtiger als der eigene verletzte Stolz, weil es nicht immer so läuft wie man es möchte.
Und, um ein wenig Besinnlichkeit einzubringen, zeige ich euch unseren Baum, den wir jedes Jahr zu meinem Geburtstag aufstellen.



Keine Kommentare: