Donnerstag, 2. März 2017

Was ist denn schon fair?

Eigentlich wollte ich gestern darüber bloggen, was ich mitteochs mag ... ihr wisst schon, Linkparty und so.
Aber dann kam wieder alles hoch. Und ich konnte und wollte nicht.

Montag war wieder die Erwachsenenbildung von der Kirche. Mein Tag begann halb 4 Uhr morgens und ich war dementsprechend fertig. Eigentlich wollte ich nicht mehr von der Couch hoch, ich fror die ganze Zeit und wartete sehnlichst darauf, dass einige andere absagen und ich mich nicht aufraffen muss. Und dennoch hab ich mich aufgerafft - so komme ich wenigstens mal raus.

Ich hatte tagsüber doe6 Unterlagen für die Taufe unserer Tochter ausgefüllt, die der Liebste dann kurz vor Abfahrt unterschrieb - ihr wisst schon, gemeinsames Sorgerecht und so. Manche nehmen das ja nicht so ernst, für mich ist es ein wichtiger Teil des Eltern seins.

Im Gemeindehaus angekommen, hätte ich mich am liebsten schlafen gelegt. Auch der Kaffee aus dem Thermosbecher änderte nichts an meinem Frösteln und der Müdigkeit.

Und dann kam wieder diese Frage auf: klar, Gottes Segen ist ein großes Geschenk und im Prinzip steht es nicht zur Debatte, dass unsere Tochter getauft wird. Doch dann denke ich an später, an den Unterricht für die Konfirmation, die Konfirmation selbst und an die Zeit ab der Volljährigkeit, wenn unsere Tochter eigentlich selbst entscheiden sollte, dass sie kirchlich bleiben möchte oder nicht.
Aber das wird sie nie. Und ich stellte mir die Frage wer ich bin, dass ich solche Entscheidungen für sie treffe. So sehr man das beste für seine Kinder möchte, so schön ist es aber auch, wenn man ihnen beim Leben zusehen kann. Und da gehört für mich mittlerweile mehr dazu als nur dieser übliche Kram.
Eigentlich wünsche ich mir nichts sehnlicher als das sie ihr Leben leben kann, so wie ich oder ihr Vater es können. Selbstbestimmt, mal verrückt, mal ernst, ständig auf der Suche nach dem richtigen Weg.

Und da überkommt es mich, das Leben ist nicht fair.

Bis ich das da sehe:


Und mein Leben ist dann gleich wieder etwas perfekter. Mit zwei Kindern, die sich hoffentlich bald gegenseitig beschützen und lieben wie Geschwister es tun sollten.
Diese beiden rauben uns den letzten Nerv, bringen uns um unsere Nächte und tagsüber zum Strahlen.
Das lässt mich den Kummer vergessen, dass sie nie auf den Abiball gehen wird oder von unserer Fragerei genervt sein wird, welchen Beruf sie erlernen oder studieren möchte.

Und ganz nebenbei bin ich dankbar, dass die Nachbarn nicht bis 20 Uhr mit der Rüttelplatte lärmen und mir einen Horrorabend bescheren.
So erbost bin ich auch über die Fast täglich hier hochrasenden LKW - F... you! Es ist eine 30-Zone!!!
Ich denke immer öfter darüber nach einfach auf die Straße zu hüpfen bevor es eins der Kinder macht, damit dieser Mensch merkt, dass er nicht der einzige auf der Welt ist. Ich frage mich, ob er ausweicht und ins nächste Haus kracht, rechtzeitig bremst oder mich überfährt ...

So trägt jeder sein Päckchen - oder Paket.

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