Freitag, 12. Mai 2017

Freitagsklatsch

Das Gedankenpalaber reißt nicht ab. Denn, wenn eine Konstellation so kompliziert wie unsere ist, sind die Grundmauern der Ehe schon ohne jegliches Zutun sehr porös.

Das Einteilen der Kräfte ist auch ohne Ehepartner schon sehr schwierig. Kommt dann noch die bessere Hälfte dazu und hat ganz eigene Vorstellungen davon welche Prioritäten gepflegt werden sollten, dann kann es schon zu Differenzen kommen, die man augenscheinlich nicht überbrücken kann.

Doch welchen Weg wählt man dann? 


Stumpf weiter leben? Ignorieren? Sich den Dampf um die Ohren pusten und vertragen? Ehebruch?

Ich denke, dass in einer guten Ehe die Tiefen, die man oft nicht überbrücken mag, zu meistern sind, indem man sich immer wieder bewusst macht, dass eine Ehe genau daran wächst.
Es gibt eben nicht das fertige Produkt aus der Tüte. Das Rezept muss jedes Paar selbst schreiben. Das Glas ist nun einmal nicht weniger vergammelt, wenn man es auf den Boden wirft. Das ist ein Fakt, den man oft vergisst.

Und so ähnlich verhält es sich auch in anderen Konstellationen, wenn man sich Gruppierungen anschließt.
Mütter kommen gern zusammen, um sich an ihrem Nachwuchs zu messen. Oftmals sind sie unterschiedlicher Meinungen. Und dann geht das Gackern im Hühnerstall los.

Wer wohl die besseren Argumente hat?


Dabei basiert das alles auf Erfahrungen und Umstände, die das Leben der jeweiligen Person schmückt.
Und trotzdem ist der Kampf des 'Ich weiß und kann alles besser' ein Spiel der Gesellschaft geworden.

So passiert es eben auch, das ganz schnell in Vergessenheit gerät, dass es mehr als nur die eigenen Kinder gibt. Dass nicht jedes Kind gleich ist. Und, dass es Kinder gibt, die eben ganz anders sind.


Als Eltern steht man in der Pflicht für seine Kinder zu kämpfen. 


Dabei muss man so einiges einstecken. Von fiesen Sprüchen der Vorgesetzten, die nicht weniger Gehässigkeit ausdrücken könnten über Nachbarn, die einfach aus Trotz die Provokation in den Vorgarten scheißen lassen.

Während ich mich mit Kind Eins auf dem Rücken tragend immer wieder nach Kind Zwei umsehe, damit es nicht von einem rasenden LKW überfahren wird, quäle ich mich mit dem Vertikutierer voran und frage mich, was die Welt noch für uns parat hält. Welche Unannehmlichkeiten unsere Tochter noch erleben muss.

Ich frage mich, wann sie mitkriegen wird wie ihre Eltern Sprüche wegstecken müssen, nur, weil sie versuchen das alles irgendwie händelbar zu gestalten.

Potential ist ja da. Aber neidische Menschen auch.


Wohl kaum wird sich der Neid darauf beziehen, dass wir ein behindertes Kind großziehen müssen und andere davon verschont blieben. Denn auch der schönen Besonderheiten wegen gibt es noch genug, was für andere nicht schaffbar wäre.

Da sitze ich nun mit Kind Eins vor der Brust - endlich schlafend - und frage mich, warum ich es nicht getan habe. Warum ich nicht einfach mit Kind und Kegel gegen den Baum fuhr, damit andere sich nicht genötigt fühlen so widerlich sein zu müssen.
Da kommt Kind Zwei aus dem Wohnzimmer geschlichen mit einer dicken Backe, in der Schokoherzen dahin schmelzen und fragt ganz leise, ob der Roary (Trickserie mit Rennwagen) gleich kommt. Und dann weiß ich wieder, warum ich es nicht getan habe.

Neid, Missgunst, Hass, Trotz - das alles schwebt wie eine Guillotine über dieser Ehe. Und doch ziehen die Jahre ins Land und wir sehen dabei zu wie einer nach dem anderen aus unserem Leben verschwindet.

Menschen kommen und gehen. Und das einzige, was man machen kann, ist, dabei zuzusehen wohin der Weg sie führt.

Es gibt einfach Kriege, die man nicht führen sollte.

Keine Kommentare: